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Frauen in die Feuerwehr - Warum nicht

Vom «Bau» zur Feuerwehr

Die Feuerwehr galt lange als Männerdomäne. Nur etwas für «hartgesottene» Kerle. Das stimmt längst nicht mehr. Immer mehr Frauen entdecken das spannende Hobby für sich. Eine davon ist Brigit Moritz, Feuerwehrfrau in Balzers.

 

Donnerstagabend in Balzers. Eine braunhaarige, junge Frau kommt ins Feuerwehrdepot. Begegnet man ihr nicht hier, dann in der Natur, beim Wandern oder beim Kochen und Backen zu Hause. Ein Klischée? Nein, auf keinen Fall. Aber das sind nun mal die neu entdeckten Leidenschaften von Brigit Moritz, wie sie schmunzelnd verrät. Es mögen Hobbys sein, die wohl eher zur Erscheinung der

20-Jährigen passen. Blickt man jedoch hinter die Fassade, wird klar, dass sie vielmehr auf dem Kasten hat, wie sich erahnen lässt: «Schwere, körperliche Arbeit bin ich mir seit der Lehre als Schreinerin gewohnt», erzählt sie. Und dass sie weder zimperlich ist, noch ein dünnes Fell hat, beweist sie nicht nur täglich als Monteurin auf dem «Bau», sondern bereits fünf Jahre zuvor bei der Jugendfeuerwehr und seit viereinhalb Jahren als Feuerwehrfrau in Balzers. Sie fühlt sich dort zusammen mit zwei Kameradinnen gut aufgehoben. «Unsere Kameraden wissen, dass wir als Frauen genauso motiviert sind und in erster Linie dazu da sind, um mitanzupacken und anderen zu helfen.» Was zähle, seien Charakter und Wille, nicht das Geschlecht. Und sie spreche wohl für alle Drei, wenn sie sage, dass sie auch gar keine «Extrawürste» möchten. «Wenn jemand aus gesundheitlichen oder anderen Gründen etwas nicht machen kann, wird das nicht hinterfragt, sondern akzeptiert.» Denn als Kamerad ziehe man ohne Wenn und Aber am selben Strang.

 

Courage und Vertrauen in eigene Fähigkeiten

Brigit Moritz lernte während ihrer Ausbildung verschiedene Bereiche kennen, um zu erfahren, was ihr liegt und worin sie sich weiterbilden will. So kam sie zum Atemschutz. Die Uniform, die sie dazu trägt, ist inklusive Atemschutzgerät 25 Kilogramm schwer. «Beim Atemschutz ist man mitten im Geschehen, es ist körperlich anstrengend, Teamwork ist gefragt und man muss auch unter enormer Belastung funktionieren.» Unter der Maske sei es beengend, die Sicht eingeschränkt, die Luft anders, die Atmung laut und das Gefühl «ich will hier raus» koste zunächst schon Überwindung. Sich in verqualmte Gebäude zu wagen, um Menschen zu retten und Flammen zu bekämpfen, obwohl man die Hand vor den Augen nicht sehe und sich entsprechend schlecht orientieren könne, erfordere trotz Schutzkleidung und Atemschutzgerät jeweils Courage und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Doch einmal haderte sie genau mit diesen, als es zu einem Vorfall kam: «Ich griff mir bei einer Atemschutzübung aus Reflex mit dem Handschuh ans Gesicht, wodurch ich mir Verbrennungen zuzog.» Rückblickend sei es wohl Glück im Unglück gewesen, «denn die Verbrennungen auf einer Gesichtshälfte waren zwar gravierend, verheilten aber so gut, dass heute nichts mehr davon zu sehen ist.»

 

Der schönste Moment – zwar selten, aber umso schöner

Brigit Moritz ist jemand, der sich gerne beweist, aber wenn es sein muss, wehrt sie sich auch: «Ich bin weder jemand, der sofort klein bei gibt, noch sich alles gefallen lässt.» Auch mit Sprüchen, die manchmal «geklopft» würden, komme sie klar. «Ich bin nicht aus Zucker», meint die 20-Jährige lachend. Sie könne über gewissen Aussagen stehen, gebe aber gerne auch welche zurück, fügt sie schmunzelnd an. Was Brigit Moritz an ihrem liebsten Hobby gefällt, ist zum einen der Zusammenhalt und das Vereinsleben, zum anderen der wichtige Beitrag zur Sicherheit, den die Feuerwehr gegenüber der Bevölkerung leistet. Der schönste Moment, in dem sie in ihrer Tätigkeit als Feuerwehrfrau bestärkt wurde, war, als jemand nach einem Einsatz zu ihr sagte: «Danke, ich hätte nicht gewusst, was ich ohne eure Hilfe getan hätte.» Ein solcher Dank komme zwar selten vor, sei aber umso schöner.    (bc)

 


 

Frauen in die Feuerwehr - Weil ich es kann

Feuerwehrfrau Nadin Kindle ist das Gesicht dieses Plakates der fünfteiligen Kampagne. Auch wenn sie nicht soviel Muskelkraft aufweist, wie einige ihrer männlichen Kameraden, fühlte sie sich deswegen nie benachteiligt. Im Gegenteil.

 

Warum ich? Weil ich es kann.

 

«Das mit der Feuerwehr hat eigentlich wegen meines Vaters begonnen. Er war selbst begeistertes Mitglied. Neben seiner Tätigkeit als Feuerwehrkommandant in Triesen, war er auch lange Stellvertreter Landesfeuerwehrkommandant. Man kann also sagen, dass ich quasi mit der Feuerwehr aufgewachsen bin. Natürlich ist auch ein gewisses Interesse dabei, Feuerwehrfrau zu sein. Was genau diese Faszination ist, kann ich aber nicht wirklich beschreiben. Ich weiss nur, dass ich, als ich klein war, immer total begeistert war von den Depots und dem vielen Zeug, das darin herumstand. Als Kind noch Gast, konnte ich mit 12 Jahren endlich der Jugendfeuerwehr beitreten. Der nächste Schritt war mit 16, als ich zu den «Grossen» durfte. Geändert hat sich da zwar nicht viel, dennoch wusste man: Passiert jetzt etwas, muss man die Sache seriös angehen.

 

Klar, als Frau werde ich manchmal etwas belächelt, wenn ich sage, dass ich bei der Feuerwehr bin. Ich habe logischerweise nicht so viel Kraft wie einige meiner männlichen Kollegen. Das macht aber nichts, denn nicht immer ist nur Muskelkraft gefragt. Jede und jeder packt einfach mit an, ohne herum zu stänkern – das ist selbstverständlich. Davon konnte ich auch profitieren: War ich zuvor vielleicht nicht die Begabteste in Sachen Handwerk, fällt mir heute – aufgrund meiner Erfahrung bei der Feuerwehr – vieles deutlich leichter. Genau dieses Wissen, dass ich auch selbst etwas in die Hand nehmen kann, hat mein Selbstvertrauen enorm gestärkt.

 

Die Kampagne «Frauen in die Feuerwehr» ist spannend. Sie beleuchtet auch die andere Seite. Die, mit der die Allgemeinheit oft nichts anzufangen weiss. Bei Feuerwehr denken ja viele gleich an Männer. Die Kampagne soll zeigen, dass auch Frauen bei uns willkommen sind und gebraucht werden. Und vielleicht fasst sich nach dieser Kampagne die eine oder andere ein Herz und versucht es einfach mal.

 

Viele denken beim Wort Feuerwehr an eine Truppe, die ein brennendes Haus löscht. Natürlich gehört das zu unseren Aufgaben, aber es gibt noch etliche weitere Einsatzbereiche, bei denen wir hinzugezogen werden. Sei es bei Fragen zur Verkehrssicherheit oder bei Unfällen im Strassenverkehr. Aber auch das Entfernen von Wespennestern oder die Suche nach vermissten Personen gehört zum Beruf des Feuerwehrmanns. In unserem kleinen Land sind dies die häufigsten Notrufe. Grossbrände gibt es bei uns ja glücklicherweise nur selten.

 

Dann vielleicht noch eine kleine Anekdote: Die Vorfreude auf meinen ersten Einsatz bei den «Grossen» war natürlich riesig. Doch als es dann soweit war, konnten mich weder mein Handyalarm noch der Pager wecken. Als ich dann gegen sieben Uhr endlich am Brandplatz eintraf, war alles schon fast alles gelöscht, da blieben halt nur noch die Aufräumarbeiten. Seither ist mir das aber nie mehr passiert (lacht).»